09.11. – jedes Jahr an der BfT
Am 9. November gedenken jedes Jahr Menschen in Deutschland an den Tag, als die Nazis im ganzen Land die Synagogen anzündeten und mit der körperlichen Vernichtung der jüdischen Mitbürger begannen. So war das auch am 9. November 1938 in Bad Honnef. Dort, wo heute die BfT-Tankstelle steht, stand bis zu diesem Tag die jüdische Synagoge. Auf der Rückseite der Tankstelle ist heute eine Gedenktafel angebracht, auf der man auch sehen kann, wie sie aussah. An diesem Platz versammeln sich viele Bürgerinnen und Bürger Bad Honnefs. Vertreter aller Honnefer Schulen und die Musikschule sind auch Jahr für Jahr dabei. Es ist eine sehr stimmungsvolle Veranstaltung, abends im Dunklen, mit musikalischer Begleitung der Musikschule und der Ansprache von Bürgermeister Otto Neuhoff. Dieses Jahr stand die ganze Gedenkveranstaltung ganz im Zeichen des Gaza-Kriegs. Deshalb gab es wohl auch die starke Absicherung durch das Ordnungsamt und eine sehr hohe Teilnehmerzahl, die ihre Solidarität mit Israel zeigen wollte. Es blieb still und friedlich. Wie jedes Jahr sind die Beiträge der Schülerinnen und Schüler mindestens so wichtig wie die Worte des Bürgermeisters. Außer dem Hagerhof und dem Sibi durften wir von St. Josef natürlich auch nicht fehlen. Unter der Leitung ihres SV- und Geschichtslehrers Herrn Gretenkord haben Kurdistan und Felicitas (beide 10b) zusammen ein eindrucksvolles Gedicht von Erich Fried vorgetragen und abschließend die Namen der Honnefer Juden genannt, die von diesem Tag an ausgegrenzt, bald verschleppt und schließlich ermordet wurden. Der Jüngste war Erich Lewy, 12 Jahre alt. Ein Redner an diesem Abend, ein älterer Herr, konnte sogar ein bisschen von ihm erzählen, weil sein Onkel mit ihm befreundet war und sie die brennende Synagoge von einem Feld in der Nähe beobachtet hatten.
A. Herrmann




